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Mobilkommunikation in Deutschland



Der vorliegende Beitrag gibt einen kurzen Überblick über Innovationen im Mobilkommunikationsmarkt und nennt einige Beispiele, die weitere Überlegungen beim Leser anregen sollen. Dabei wird die Innovation des Übertragungsstandards UMTS bewusst außer Acht gelassen.


Entwicklung der Branche (Historie)

Mobiltelefonie gibt es seit 1946, als in den USA das erste Mobilfunknetz eröffnet wurde. Dabei bezog sich das Wort „mobil“ auf die Unabhängigkeit von Stromversorgung und Telefonkabel. Die „Mobiltelefone“ nahmen einen nicht unerheblichen Platz in Autos ein, an ein Herausnehmen war nicht zu denken.

Das erste richtige „Handy“ (diese englisch anmutende Bezeichnung wird nur in deutschsprachigen Ländern benutzt, im angloamerikanischen Sprachraum ist dieser Begriff unbekannt) wurde vor 20 Jahren, im Jahre 1983, von Motorola auf den Markt gebracht. Das DynaTAC 8000X wog fast 1 kg und kostete 4.000 US$. Bereits im Folgejahr (1984) telefonierten rund 300.000 Menschen in den USA mit diesem Gerät mobil, wobei wegen der sehr geringen Akkulaufzeit häufig nachgeladen werden musste.

1958 ging in Deutschland das erste analoge Mobilfunknetz, das sogenannte „A-Netz“ der Deutschen Bundespost in Betrieb. Es folgten die ebenfalls analogen Netze „B-Netz“ und „C-Netz“.

Das Jahr 1982 war ein Meilenstein für die weltweite mobile Kommunikation: 26 Länder einigten sich auf einen gemeinsamen, digitalen Standard, den „Global Standard for Mobile Communication“, kurz „GSM“. Dieser GSM-Standard sollte zum internationalen Erfolgsmodell werden. 1991 wurde das erste GSM-Netz in Deutschland von der Deutschen Telekom in Betrieb genommen („D1-Netz“), 1992 folgte das erste private GSM-Netz „D2“, betrieben von Mannesmann Mobilfunk. Handys kosteten damals etwa 3.000 DM (rund 1500 Euro), ihre Nutzer mussten Monatsgebühren um 75 DM (37 Euro) zahlen.

Der Boom der Mobiltelefone kam Ende der 90er Jahre. Massenproduktion, einige „Volks-Handys“ wie das Nokia 5110 sowie die Entwicklung des „Pre-Paid“-Modells (der Handynutzer kauft im Voraus einen bestimmten Wert, den er dann nach Bedarf abtelefonieren kann; bei diesem Modell fällt keine monatliche Grundgebühr an) machten es auch für mittlere Schichten und „Wenig-Telefonierer“ erschwinglich, ein Mobiltelefon zu besitzen. In den letzten 10 Jahren hat sich die Zahl der Mobiltelefone in Deutschland mehr als verhundertfacht.



Ist-Situation / Probleme in der Gegenwart

Die Verbreitung von Mobiltelefonen hat in Deutschland bis zu 80 % der Bevölkerung erreicht. Bedenkt man, dass Babys und Kleinkinder keine brauchbaren Nutzer von Handys sind, ist somit fast eine Sättigung erreicht. Nicht wenige Menschen besitzen bereits 2 Mobiltelefone (häufigster Grund: Trennung von beruflichen und privaten Telefonaten).

Für die Hersteller von Mobiltelefonen und die Mobilfunkanbieter ist es daher wichtig, andere Kauf- bzw. Nutzungsanreize zu schaffen, damit weiterhin ein gesundes Wachstum erreicht werden kann. Solche Kauf- bzw. Nutzungsanreize müssen gegenüber dem reinen Telefonieren einen Mehrwert bieten.



Marktteilnehmer

Um erfolgreiche Innovationen zu managen ist es wichtig, die Zusammenhänge und die Rollenverteilung zwischen den unterschiedlichen „Playern“ im Mobilfunkmarkt genau zu berücksichtigen: Hinzu kommen mehr und mehr Zubehöranbieter und Softwareentwickler.

Wie wichtig die Beachtung dieser Rollenaufteilung bei der Gestaltung des Innovationsmanagements ist, zeigt folgendes Beispiel:

Ein Geräteanbieter hatte die Idee: Statt Nachrichten auf einer virtuellen, sich irgendwo im Netz befindlichen Mailbox zu speichern, wenn der Angerufene nicht ans Mobiltelefon gegangen ist oder den Anruf abgelehnt hat, könnte man die Sprachnachricht des Anrufers doch einfach digital im Handy selbst speichern. Dies hätte den Vorteil, dass der Angerufene sich die Nachricht anhören kann, ohne seine Mailbox anzurufen. Dies spart zum einen Kosten und ermöglicht außerdem das Abhören der Nachrichten in Situationen ohne Netzabdeckung (z. B. im Funkloch).

Diese eigentlich geniale und zukunftsweisende Idee, die in einem Modell des Geräteherstellers auch erfolgreich umgesetzt wurde, hat sich jedoch leider nicht durchgesetzt. Hauptgrund war die Tatsache, dass die Netzbetreiber, die, setzte sich dieses System durch, deutliche Mindereinnahmen verzeichnet hätten, die entsprechenden Geräte nicht subventionierten. Gegenüber anderen Geräten, die von den Netzbetreibern bei Abschluss eines Laufzeitvertrages zum Teil mit dreistelligen Eurobeträgen subventioniert werden, waren nun die innovativen Handys deutlich teurer, so dass sie sich am Markt nicht durchsetzten.

Was lernen wir daraus? Eine Innovation muss nicht nur technisch erfolgreich sein und von den zukünftigen Nutzern akzeptiert/gewünscht werden, eine Innovation muss auch in zum Teil komplizierter werdenden Marktmechanismen „überleben“ können. Das Zusammenspiel von Herstellern, Netzbetreibern und anderen Playern auf dem Mobilfunkmarkt spielt auch bei anderen Innovationen – MMS, Videos oder Fernsehen auf dem Handy, Bezahlen per Handy – eine entscheidende Rolle.


Innovationstreiber für die Zukunft

Auf zwei Innovationstreiber soll hier kurz eingegangen werden:

Miniaturisierung

Es ist schon erstaunlich, welche Funktionen ein Handy mittlerweile in wenigen Kubikzentimetern integriert: Alle diese Funktionen als Einzelgeräte würden schon einen großen Aktenkoffer füllen, und das alles (und noch viel mehr!) passt heute bereits in die Hemd- oder Hosentasche. Sicherlich, die Qualität (z.B. Digitalkamera) oder die Funktionalität (z. B. Faxgerät) kommen häufig nicht an die Maßstäbe von Einzelgeräten heran, aber auch dies ist in den meisten Fällen nur noch eine Frage der Zeit. Die Miniaturisierung, die bereits die Entwicklung vom alten "Knochen"-Telefon hin zu den heutigen Telefonen ermöglicht hat, wird auch weitere Entwicklungen entlang dieses Trends ermöglichen. Die Vision: ein universelles Gerät, welches quasi als „Fernbedienung des Lebens“ eingesetzt wird.

Programmiersprache Java

Der zweite Innovationstreiber, der hier genannt werden soll, hat seine Wurzeln im Internet. Ursprünglich für die Programmierung von Webseiten wurde die Programmiersprache Java entwickelt. Mit steigender Computerleistung der heutigen Mobiltelefone wird auch der Einsatz von spezieller Handysoftware immer mehr genutzt. So sind heute z. B. Offline-Fahrplanauskünfte oder Aktienportfolioberechnungen verfügbar. Reizvoll ist für diese Programme die – in speziellen Situationen äußerst sinnvolle – Möglichkeit, online (z. B. über die Übertragungsart GPRS oder zukünftig UMTS) aktuelle Daten (z. B. Verspätungsinformationen oder Aktienkurse) nachzuladen. Diese ideale Kombination von Online- und Offline-Funktionalität wird ein weiterer Innovationstreiber für den Mobilfunkmarkt sein.

Dieser Artikel zeigt nur einige wenige Aspekte aus der spannenden Welt der Innovation im Mobilfunkmarkt auf. Sie sollen Denkanstöße für weitere Überlegungen zu Innovativen Produkten und Dienstleistungen darstellen. Der Autor freut sich über Feedback und Anregungen per e-mail (feedback@tgcon.de).


Besonderheiten bei der Gestaltung des Innovationsmanagements




Quellenverzeichnis


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Autor: Groeneveld, Thomas Ausdruck: Welchseln Sie zur Druckansicht
Kapitel: Telekommunikation
Abschnitt: Mobilkommunikation in Deutschland
Zitatzeile:
Groeneveld, Thomas (2011): Telekommunikation - Mobilfunk, online im Internet unter URL: http://www.innovationsmanagement.de/telekom/mobil.html (01. 02. 2011).
 
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