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Visuelle Konfrontation



Kurzbeschreibung

Der Ablauf der visuellen Konfrontation in der Gruppe folgt den Erkenntnissen aus dem freien kreativen Prozess: Nach der Problemklärung wird zunächst durch Betrachten „softer“ Bilder begleitet von Entspannungsmusik Abstand vom Problemthema genommen (Entspannung). Anschließend werden in der Phase der Ideenfindung Bilder unterschiedlichster Alltagssituationen projeziert; sie werden analysiert und daraus Ideen abgeleitet. Die Ideen werden von den Teilnehmern geäußert und durch einen Moderator oder Protokollanten für jeden sichtbar mitgeschrieben.


Ablauf

Phase I: Klären und Formulieren des Problems

Zunächst ist mit der Gruppe eine Problemklärung durchzuführen und die Aufgabenstellung auf einem Flip-Chart festzuhalten.

In einen Vorab-Brainstorming werden alle „schnellen und alltäglichen Lösungsansätze“ aus den Köpfen „abgeladen“. Eventuell ist die Problemstellung neu zu formulieren, wenn sich nach dem Vorab-Brainstorming herausstellt, dass die Aufgabenstellung nicht richtig verstanden wurde oder sich inzwischen eine andere Sicht des zu lösenden Problems ergeben hat.


Phase II: Entspannen und Verfremden

Zum Verfremden und Entspannen werden ausgesuchte Bilder (Overheadfolien oder Dias) projeziert. Es werden vier bis fünf Motive jeweils ca. eine Minute gezeigt. Zur Unterstützung werden die Bilder mit Instrumentalmusik beruhigender Art untermalt.

Phase III: Generieren von Ideen durch intuitive Konfrontation mit Bildern

In der Phase III werden ohne Musik Bilder mit vielen Einzelelementen gezeigt. Die Teilnehmern beschreiben, was sie sehen, und gehen dann dazu über, aus einzelnen Bildelementen spontane Lösungsideen abzuleiten. Diese Lösungsideen werden auf Flipcharts notiert.

Durch die verbale Kommunikation in der Gruppe entstehen weitere assoziative Lösungsideen. Das bedeutet, dass auch Teilnehmer zur Ideenfindung angeregt werden, die weniger auf die visuelle Stimulation ansprechen.


Tipps und Tricks

In der Phase der Ideenfindung arbeitet die Gruppe solange an einem Bild, bis dieses keine weiteren Anregungen bringt. Dann zeigt der Moderator das nächste Bild. Je nach „Ergiebigkeit“ werden drei bis fünf Bilder bearbeitet.

Innerhalb der Methode der visuellen Konfrontation ist keine Bewertung vorgesehen. Es empfiehlt sich aber, eine kurze Bewertung mit der Methode des Punkteklebens direkt anschließend durchzuführen.



Hinweise

Häufig ist bei kreativen Prozessen zu beobachten, dass die Problemlösung angesichts einer problemfremden Anregung stimuliert wird (intuitive Konfrontation). Diese Erkenntnis wird bei den Konfrontationstechniken genutzt.

Beispiele für Erfindungen, die nach dem Prinzip der intuitiven Konfrontation entstanden sind:

Biro ging im Park spazieren. Kinder spielten auf dem nassen Rasen Ball. Der Ball lief über einen Plattenweg und hinterließ eine nasse Spur. Er erfand den Kugelschreiber, der auf diesem Prinzip, einen Strich zu erzeugen, aufbaut.

Pilkington kam die Idee, flüssiges Glas auf einer Zinnschmelze ausfliessen zu lassen (Floatglasverfahren), als er einen Ölfilm auf einem Teich sah.

Kugelproduktion: Die Anregung für das Verfahren zur Produktion präziser Kugeln kam dem Erfinder, als er seiner Mutter zusah, wie sie Knödel aus Teig formte.

Historie

Die visuelle Konfrontation in verschiedenen Varianten geht auf Geschka zurück. Neben Bildern können auch andere gedankliche oder reale Gebilde als Konfrontationsobjekte dienen, z.B. Reizworte, reale Gegenstände und technische Prinzipien. Dies führt zu weiteren Konfrontationstechniken.



Quellenverzeichnis


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Autoren: Geschka, Horst / Schwarz-Geschka, Martina Ausdruck: Welchseln Sie zur Druckansicht
Kapitel: Kreativitätstechniken
Abschnitt: Visuelle Konfrontation
Zitatzeile:
Geschka, Horst / Schwarz-Geschka, Martina (2011): Kreativitätstechniken - Visuelle Konfrontation, online im Internet unter URL: http://www.innovationsmanagement.de/kreativitaetstechnik/konfrontation.html (01. 02. 2011).
 
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