Innovatoren - Rollen im Innovationsprozess

Startseite

Grundlagen
Barrieren
 
(Product) Champions
Eigenschaften
Vorgehensweise
Beurteilung
 
Promotorenmodell
Überblick
Umsetzung
Promotoren
Fachpromotor
Machtpromotor
Prozesspromotor
Beziehungspromotor
Gatekeeper
Opponenten
destruktiver Opponent
konstruktiver Opponent




Opponenten




In einer Studie konnte in 31% der Projekte mindestens ein Opponent nachgewiesen werden - Champions traten in 70% der Projekte auf [Markham (Championing and Antagonism, 2000), S. 440]. Opponenten treten demnach sehr viel seltener auf als Promotoren bzw. sind schwerer nachzuweisen.

Opponenten Beide Rollen (Promotoren und Opponenten) sind also wichtig für ein Projekt [Markham (Championing and Antagonism, 2000), S. 444].

Witte [Witte (Kraft und Gegenkraft, 1976)] sieht in der kritischen Herausforderung des Gespannes von Macht- und Fachpromotoren durch ein gleichstarkes Gespann von Macht- und Fachopponenten eine besonders fruchtbare Gegensätzlichkeit. Seiner Meinung nach machen sich die Opponenten frühzeitig zum erkennbaren und fassbaren Sprachrohr von begründbaren und ernst zu nehmenden Widerständen. Sie decken Informationslücken auf, weisen auf schädliche Nebenwirkungen, Implementierungsprobleme und Risiken hin. Daher sollte ein geregelter, offener Dialog mit ihnen zu einem besonders hohen Erfolg führen.

Die explorative Studie von Hauschildt [Hauschildt (Widerstand, 1999)] deckt zwei unterschiedliche Muster der Opposition auf: destruktive und konstruktive Opposition.



destruktiver Opponent


Der destruktive Opponent will die Innovation verhindern oder wenigstens verzögern. Er hält sich bedeckt, wechselt die Argumente nach Belieben und bewirkt häufig eine Verschleppung von Innovationsprozessen.


konstruktiver Opponent


Der konstruktive Opponent hat den Ehrgeiz, die Innovation zu verändern. Er konzentriert sich auf wesentliche Aspekte und argumentiert offen. Dadurch kann der Innovationsprozess deutlich beschleunigt und verbessert werden. Dies geschieht vor allem dann, wenn der Opponent erkennt, dass die Innovation mit hoher Wahrscheinlichkeit technisch realisierbar ist oder seine engere Einbindung in den Innovationsprozess erfolgt.

Quelle: Folkerts (Promotoren in Innovationsprozessen, 2001), S. 249.

Opponenten können zu Promotoren werden, wenn sie eng in den Innovationsprozess eingebunden werden und erkennen, dass die Innovation technisch realisierbar ist.

In der einfachsten Betrachtung sind die Promotoren, welche die Initiative für eine Innovation zum Wohle des Unternehmens ergreifen, die "Guten" und die Opponenten oder "Antagonists", die "Bösen", welche Innovationen verhindern oder verzögern wollen, um eigene Besitzstände oder Einflusspotenziale zu bewahren. Die Vorstellung einer Balance von Promotoren und Opponenten bleibt aber bei destruktiver Opposition eine Wunschvorstellung – ein lähmendes Patt, das die Organisation paralysiert, ist nicht auszuschließen.

Ein alternativer Entwurf könnte darin bestehen, dass ein geregelter Wettbewerb um innovative Vorschläge institutionalisiert wird. Machtopponenten entstehen vor allem in hierarchischen Strukturen. Je stärker Organisationsstrukturen durch marktnahe Koordinationsinstrumente und netzwerkartige, kooperative Arrangements aufgeweicht werden, je mehr Wettbewerb zwischen verschiedenen Innovationsvorhaben erzeugt wird, je klarer die Regeln dieses Wettbewerbs sind und je fairer die Chancenverteilung, desto stärker wird sich eigenverantwortliches Handeln entfalten. Es wäre dann die Aufgabe des Managements, eine solche "governance structure" zu entwerfen und durchzusetzen.




Quellenverzeichnis



Quelle:
Kommentar
Kauf
Artikel aus Periodika [1842] Witte, E. (Kraft und Gegenkraft, 1976): Kraft und Gegenkraft im Entscheidungsprozeß, in: Zeitschrift für Betriebswirtschaft, 46, S. 319-326. 1842
Artikel aus Periodika [1841] Hauschildt, H. G. (Widerstand, 1999): Widerstand gegen Innovationen - destruktiv oder konstruktiv?, in: Zeitschrift für Betriebswirtschaft, 69, S. 1-21. 1841
Buch [1828] Folkerts, L. (Promotoren in Innovationsprozessen, 2001): Promotoren in Innovationsprozessen. Empirische Untersuchung zur personellen Dynamik, Wiesbaden 2001. 1828
Artikel aus Periodika [1817] Markham, S. K. / Green, S. / Basu, R. (Champions, 1991): Champions and antagonists: Relationships with R&D project characteristics and management, in: Journal of Engineering and Technology Management, 15, S. 217-242. 1817
Artikel aus Periodika [1811] Markham, S.K. (Championing and Antagonism, 2000): Corporate Championing and Antagonism as Forms of Political Behaviour: An R&D Perspective, in: Organization Science, 11, S. 429-447. 1811




Autoren: Gemünden, Hans Georg / Hölzle, Katharina Ausdruck: Welchseln Sie zur Druckansicht
Kapitel: Innovatoren
Abschnitt: Opponenten
Zitatzeile:
Gemünden, Hans Georg / Hölzle, Katharina (2011): Innovatoren - Opponenten, online im Internet unter URL: http://www.innovationsmanagement.de/innovatoren/opponenten.html (01. 02. 2011).
 
© 1997-2011 HARLAND media - innovationsmanagement.de